Förderverein Jungbrunnen Bad Harzburg e.V.

 

Der Jungbrunnen Bad Harzburg

Bad Harzburg ist eine Stadt der Heilquellen. Kaum ein anderer Kurort in Deutschland verfügt über so unterschiedliche Heilquellen wie Bad Harzburg. Der Schatz der Schätze ist die Genesung. Damit ist auch schon das eigentliche Glück des Menschen beschrieben. Glück ist, wenn sich etwas zum Besseren wendet.

Der große Menschheitstraum ist der Jungbrunnen. Fast alle Kulturen träumen von dieser Wunderquelle. Alt und beladen mit den Mühen des Lebens scheint der Jungbrunnen die Lösung schlechthin zu sein. Nach dem Bad ist plötzlich die Jugend wieder da. Und dann?

Na, dann ist alles wieder gut. Wirklich? Erfreulicherweise ist es im Leben etwas anders als in der Sage vom Jungbrunnen. Denn Jugend hat etwas mit einer Geisteshaltung zu tun und nicht nur mit einer Anzahl von wenigen Lebensjahren. Unser Jungbrunnen in Bad Harzburg erzählt genau von dieser Lebensphilosophie und von der Lächerlichkeit des Jugendwahns, denn nichts macht so alt, wie der ständige Versuch, jung zu bleiben.

Die Wirkung vom Jungbrunnen ist leicht erkennbar. Schauen Sie sich um! Die meisten Leute Lächeln beim Anblick des Jungbrunnens. Eine weitere Wirkung ist nicht nachgewiesen und wird hier auch nur als Gerücht weitergegeben, demnach wird augenzwinkernd behauptet, in Bad Harzburg hätten viele Junge in dem Jungbrunnen gesessen und wären als Alte wieder herausgekommen.

 

Die Figuren

Figurengruppe Wasserspeier

Die drei Figuren mit den sieben Flaschen symbolisieren die sieben Bad Harzburger Heilquellen.

Besonders gutmütig schaut der Wassergeist den Betrachter an. Voller Freundlichkeit gibt er die Gabe der Natur aus einer Flasche in den Brunnen. Die kräftigen Hände umfassen sicher und sorgfältig die Flasche. Das besondere Können des Künstlers Jochen Müller zeigt sich in den Gesichtern der Brunnenfiguren. Die Gesichtszüge sind besonders markant und detailliert. Die Gesichter sehen menschlich aus, aber die Proportionen sind nicht die von uns Menschen. Der Körper ist sehr gedrungen, Hände und Füße sind für den Körper sehr groß.

Auch die Flügel der einzelnen Wasserspeier deuten auf Fabelwesen, Elfen, Feen oder Waldgeister.

Die zweite Figur ist ein Mädchen. Das Wasserseelchen hält eine Flasche guten Bad Harzburger Mineralbrunnens in Händen. Die Flasche ist der Original Mineralbrunnen Flasche nachempfunden.

Als dritte Figur im Bunde der Wasserspeier steht der Wasserträger. Gleich mehrere Wasserflaschen auf einmal trägt dieser Bursche. Er symbolisiert neben den Heilquellen auch das köstliche Trinkwasser aus Bad Harzburg.

Jeder Wasserstrahl hat eine Bogenform, dadurch ergibt sich die Anmutung einer Wasserkuppel. Der Jungbrunnen erhält damit die nötige optische Geschlossenheit.

 

Alter Mann mit Stock

Ein Gesicht vom Leben gezeichnet. Nicht hart und muffig, sondern heiter und neugierig schaut der Alte in die Welt. Vorsichtig prüft er mit seinem Wanderstock die Tiefe und die Wirksamkeit des Jungbrunnens.

Und tatsächlich: der Stock schlägt am alten Holz wieder aus. Frische junge Triebe aus dem Wanderstock mit den Stationen seines Lebens. Nicht die Jahre machen uns alt, sondern Verdrießlichkeit und Gram.

 

Aphrodite – Die Schöne mit Flossen

Wie schön sie ist. Der Kussmund gestreckt, der Gesellschaftsfinger ist gespreizt. Selbstgefällig schaut sie in den Spiegel. Voller Eitelkeit und nur mit sich selbst beschäftigt nimmt sie nach dem Genuss im Jungbrunnen nur ihre schöne Haut im Gesicht wahr. Die Veränderung an ihren Füßen bemerkt sie nicht. Hier haben sich Flossen gebildet.

Lächeln und Lachen sind die kostengünstigsten Möglichkeiten, das Aussehen zu verbessern. Ein Lächeln liftet (fast) alles.

 

Frau mit Kater

Die Frau trägt mit großer Hoffnung ihren alten Kater zum Jungbrunnen. Besonders der schlappe Schweif des Katers soll durch die Quelle wieder groß und prächtig werden. Der Kater scheint der Sache nicht zu trauen, sein Gesichtsausdruck ist noch müde und verbraucht.

 

Herzog Julius mit Krug

STIFTER GESUCHT!
Auf allen Vieren nähert sich der Herzog dem Jungbrunnen. In der Hand hält er einen Heilwasserkrug aus der Bad Harzburger Wandelhalle. Hier sehen Sie das einzige Standbild von Herzog Julius, das den Herrscher in einem Badegewand darstellt. Herzog Julius hat 1575 die Solequelle in Bad Harzburg, dem Damaligen Neustadt, unter der Harzburg erschlossen. Endlich einmal ein Herrscher ohne Kriegsgelüste, stattdessen ein hervorragender Wirtschaftsförderer, der neue Wege für die Heimat beschritt.

Unter seiner Regentschaft sollte jeder Quadratmeter im Herzogtum Braunschweig nach Bodenschätzen untersucht werden. Und tatsächlich: Unter der Harzburg wurde eine Solequelle gefunden und wirtschaftlich genutzt. In großen Pfannen wurde die Sole verdampft und das kostbare Salz war der Lohn der aufwendigen Arbeit. Heute wird die Sole für Trink- und Badekuren genutzt.

 

Lüttchen Deubel

Der Jungbrunnen wird aus den sieben Bad Harzburger Heilquellen gespeist. Als achte Quelle dient der kleine Teufel, der als einzige Figur außerhalb des Brunnens steht. In einem schönen Bogen verunreinigt er die Heilkraft der Schöpfung. Sehr wahrscheinlich wird dieser kleine Teufel in Badelatschen von einer Prostataerkrankung gezwickt, der letzte Tropfen geht immer daneben. Damit er überhaupt über den Beckenrand gelangt, steht er auf Zehenspitzen und auf einem Bücherstapel. Nur acht Zehen, die kleinen Hörner und der Schweif machen ihn als Teufel kenntlich. Von der gegenüberliegenden Ansicht wirkt der Schwanz des „Lüttchen Deubel“ wie ein Heiligenschein, von einem, der kein Wässerchen trüben kann. Als einzige Figur speist dieser den Jungbrunnen mit Trinkwasser. Wie ließ Goethe den Mephisto in Faust so schön sagen: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“

 

Mann mit Schwimmreifen

Hier hat sich die Lebenseinstellung des Mannes während des Bades geändert. Äußerlich unverändert, aber sichtlich vergnügt benutzt er einen sehr jungen Schwimmreifen mit einem Gänsekopf als Hilfe. Mit dieser Sicherheit kann er nicht untergehen. Bedauerlicherweise ist der Schwimmreifen jedoch mit Wasser gefüllt und nicht mit Luft. Sein Vermögen in Form eines kleinen Geldsacks beruhigt ihn jedoch sehr. Seine kräftigen Fußzehen umfassen den Beckenrand. Er ist bereit für den Sprung in das kalte Wasser.

 

Der Optimist

Pessimisten haben den Vorteil, dass sie weniger enttäuscht werden. Wobei eine Ent-Täuschung natürlich für Optimisten etwas Gutes hat, denn eine Täuschung hört ja auf. Unser gutgelaunter Badegast erfreut sich seines Lebens. Beide Hände zeigen das Sieges-Zeichen. Zum Sieg des Mutes über die Mutlosigkeit, zum Sieg der Abenteuerlust über den Hang zur Bequemlichkeit.

 

Kleiner am Beckenrand

Und Jugend soll schön sein? Der Kleine mit der übergroßen Badehose schreit aus Leibeskräften. Ursprünglich ein Herr von stattlicher Größe, nach übermäßigem Baden im Jungbrunnen ist er jedoch wieder zu einem Knaben geschrumpft. Also, wenn wir schon wieder jung sein müssen, dann bitte genauso dämlich wie damals und nicht mit dem Wissen von heute. Sonst würden wir viele Dinge nur wägen und nur weniges noch wagen.

Jeder möchte gern alt werden., aber keiner möchte es sein. Der Kleine mit der großen Hose möchte allerdings gern wieder ein Alter sein.

 

Kaiser Heinrich IV.

Ein deutscher König und römischer Kaiser. Ein mächtiger Herrscher des Mittelalters. Nun, unser Kaiser macht da wohl eine Ausnahme. Der Künstler stellt sich den vierten Heinrich anders vor, als in Geschichtsbüchern geschrieben:

„Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat“

Kaiser Heinrich IV. ist am 11. November 1050 von seiner Mutter geboren worden. Mit sechs Jahren wurde er König. Als Zwölfjähriger ist der junge König von Anno von Köln entführt worden, weil er im Wege stand, oder weil der Kölner möglicherweise Freude am „Karnevals-Geburtstag“ des Königs fand.

Die einheimische Bevölkerung mochte den vierten Heinrich nicht richtig leiden. Sie litt unter seiner Herrschaft wohl doch zu sehr. Heinrich IV. regierte das Deutsche Reich gern von Goslar aus. Dort war in Form von reichen Silbererzvorkommen im Rammelsberg für seinen Wohlstand gesorgt. Die Harzburg wurde seine Residenz und Schutzburg, falls es einmal wieder brenzlig mit den (Nieder-)Sachsen wurde. Im Jahr 1073 kam es wieder zu einem Aufstand der Sachsen. Der König floh von Goslar mit den Reichsinsignien (Krone, Zepter, Reichsapfel) auf die sichere Harzburg. Während der Belagerung floh der König sehr wahrscheinlich durch den sagenhaften Burgbrunnen aus der vollgeproppten Harzburg an die frische Luft.

Er folgte der Ausschilderung „Kaiserweg“ vom Harzklub und entkam im dunklen Wald.

Die sturmfesten (Nieder-)Sachsen machten im Laufe der Regentschaft Heinrichs immer wieder Stunk. Sie verlangten die Zerstörung der Harzburg. Dann kam es jedoch zu Übertreibungen. Nach der Zerstörung der Kirche auf der Harzburg reichte es dem Kaiser endgültig. Er wurde ungemütlich und ließ die Sachsen verhauen. Danach wurde die Harzburg wieder aufgebaut. Durch seine Siege meinte Heinrich, auch den Papst absetzen zu können. Damit war dieser wiederum nicht einverstanden. Papst Gregor VII. stellt Heinrich unter Bann und erklärte ihn von Amt und Würden abgesetzt. Heinrich musste nach Canossa. Als Büßer stand er einige Tage mit nackten Füßen im Schnee unter der italienischen Burg Canossa.

Der mächtigste Herrscher des Abendlandes bat den Papst den Bann zu lösen. Daraufhin sagte Bismarck 800 Jahre später im deutschen Reichstag während einer kirchenpolitischen Debatte „Nach Canossa gehen wir nicht!“ Will heißen: Wir stehen nicht unter der Maßregelung des Papstes.

Kurze Nebenbemerkung: Die Canossasäule auf dem Burgberg Heinrichs IV. trägt das Canossa-Zitat von Bismarck und im Tal liegt sinnigerweise die Kirche St. Gregor. Welch wunderbare deutsche Geschichte.

Letztlich hat Heinrich den Papst dann doch abgesetzt und einsperren lassen. Weil Heinrich IV. gerade so schön in Schwung war, ächtete er noch seinen Sohn Konrad, weil er gegen den Vater moserte und ließ seinen zweiten Sohn Heinrich V. zum König wählen. Auch dieser erhob sich gegen seinen Vater und ließ ihn in Gefangenschaft nehmen. Unser Heinrich konnte entkommen, starb aber, bevor er den Kampf gegen seinen Sohn aufnehmen konnte.

Diesen machtbewussten Kaiser sehen Sie am Jungbrunnen etwas anders. Ängstlich schaut er auf das Mädchen, das ihm den Weg weist. Eine viel zu große Krone hat er auf dem Kopf, die erst auf den Ohren Halt findet. Diese Krone trägt er wie einen Hut, in den es hineinregnet.

Sieht denn keiner, dass dieser Kaiser keine Kleider anhat?

 

Das Mädchen

Jung und erfrischt steigt das Mädchen aus dem Jungbrunnen. Ihre Friedfertigkeit zeigt sich in der Haarspange mit der Friedenstaube. Diese Taube der Friedensbewegten steht allerdings im Widerspruch zu der Schlange, die sich am Ende des kräftigen Haarzopfes zeigt.

„Zwei Seelen schlagen, ach in meiner Brust“

Energisch zeigt sie dem „Kaiser ohne Kleider“ den Weg in die Jugend. Der verzichtet jedoch weise auf diesen Teil seiner Lebensreise und bleibt verängstigt stehen.

 

Die Brunnenschale

Aus großen Granitblöcken wurde die Brunnenschale zusammengefügt. Geschickt wurde der Höhenunterschied des Platzes mit der äußeren Stufe gemeistert. Die Kreisform findet sich auch im Straßenpflaster wieder. Der Kreis ist eine geometrische Figur, bei der an allen Ecken gespart wurde. Nicht so bei diesem Brunnen. Dieser Brunnen ist der dritte Springbrunnen auf diesem zentralen Platz. Die beiden ersten Brunnen hatten nicht die Qualität, um vor der Nachwelt Bestand zu haben. Wir sind sehr neugierig, wie lange unser Brunnen die Zeiten übersteht. Vom Material her ist er für die Ewigkeit gebaut.

 

Die Herzdame

Eine Dame voll lockender Schönheit. Genüsslich verbringt sie eine glückliche Zeit im Jungbrunnen. Glück ist bekanntlich nicht von Dauer, das ist aber auch nicht nötig.

Glückliche Menschen haben nicht nur positive Gedanken, aber sie haben viel mehr glückliche als unglückliche Gedanken. Denken Sie an Ihr Lebensglück und locken Sie Ihre guten Gedanken, am besten mit einem Lächeln!

Ein Glück, dass man sein Glück nicht allein dem Glück verdankt.

 

Der Kavalier

STIFTER GESUCHT!
Der Kavalier ist sichtlich der Herzdame zugetan. Die Hand am Herzen zeigt die größte und schönste Empfindung, zu der wir Menschen fähig sind – die Liebe. Bei genauem Hinsehen entdecken Sie, dass Amors Pfeil den Kavalier zur Eile treibt. Der Pfeil steckt im Hinterteil.

 

Der Hund

STIFTER GESUCHT!
Der Hund ist ein treuer Begleiter des Menschen. Hier finden Sie eine besonders anhängliche Rasse – den Schweinehund! Der innere Schweinehund ist sehr scheu. Gleichwohl ist er meist immer gegenwärtig, jedoch fast unsichtbar. Häufig stolpern wir über ihn, wenn wir uns auf dem Weg zum Besseren befinden und vor einigen Hindernissen stehen. Dieser Schweinehund will überwunden werden. Als Figur auf dem Jungbrunnen wird er mit einer harzhaften Mettwurst weggelockt.

 

Krodo

Eine sagenhafte Harzburger Gestalt. Vielleicht von Karl dem Großen höchstselbst umgehauen.

Die Statur des Krodo soll auf dem Burgberg gestanden haben. Bei der Christianisierung wurde das Götzenbild zerstört. Erstaunlich lebendig ist er im Stadtbild trotzdem geblieben. Der Jungbrunnen-Krodo wirkt sehr nachdenklich. Wahrscheinlich weiß diese unsterbliche Sagengestalt überhaupt nicht, was sie am Jungbrunnen soll. Traditionell wird Krodo mit einem Rad, einem Eimer voller Rosenblüten und einem Fisch dargestellt. So sehen wir ihn auch hier. Das Rad als Symbol für die Unendlichkeit. Ein Zeichen für den Lebenslauf vom Werden und Vergehen. Die Rosenblüten stehen für eine Opfergabe der alten Germanen. Besonders interessant ist der Fisch, genauer ein Barsch. Ein Barsch mit Ohren. Obendrein noch bewaffnet mit einem Dreizack schlägt der Barsch zurück. Aus dem Gejagten wird ein Jäger.

 

Der Künstler

Sämtliche Figuren wurden von dem Quedlinburger Künstler Jochen Müller geschaffen. Nach dem Abitur studierte unser Brunnenkünstler in Halle – Burg Giebichenstein – angewandte Kunst, Metall- und Emaillegestaltung. Seit seiner Diplomierung ist er freiberuflich in Quedlinburg tätig. Dass Kunst von Können, gerade auch von handwerklichem Können kommt, zeigt Jochen Müller bei allen seinen Werken.

 

Finanzierung

Der Jungbrunnen wird aus privaten Spendenmitteln finanziert. Jeder gespendete Euro ist dafür erforderlich und sehr willkommen. Der Brunnen wird 240.000 Euro kosten. Ein bedeutender Teil der Baukosten ist in großherziger Weise schon gestiftet worden. Bitte engagieren Sie sich für den Jungbrunnen und für das Stadtbild unseres schönen Kurortes.

Eine sehr persönliche Brunnenfigur gestaltet der Künstler Jochen Müller auch mit Ihren eigenen Gesichtszügen.

Bitte sprechen Sie uns auch an, wenn Sie eine bestimmte Brunnenfigur stiften möchten oder mit diskreten Stiftungsbeiträgen helfen möchten.

Das Spendenkonto wird bei der Vereinigten Volksbank eG Bad Harzburg geführt.
Konto-Nr. 1 564 935 (BLZ 278932 15), Stichwort „Spende Jungbrunnen“. Spendenbescheinigungen werden ausgestellt.

Förderverein Jungbrunnen Bad Harzburg e.V.
Informationen sehr gern von Dirk Junicke, Telefon (05322) 2323

Ein herzlicher Dank gilt denen, die für den Jungbrunnen stiften gegangen sind. Die Stifterplaketten am Brunnenrand weisen auf die besonders großzügigen Gönner hin.